Über uns - 10 Jahre Soroptimist Club Weimar

empfangAnläßlich des 10jährigen Gründungsjubiläums veranstaltete der Club am 14. September 2013 eine Feier im Dorint Hotel Am Goethepark in Weimar. Bettina Ritz, Präsidentin von 2005 bis 2007, resümierte in ihrem Grußwort Anstrengungen und Erfolge.

 

Den Festvortrag hielt Frau Dr. Merle Arnika Fuchs zum Thema
"Wir können mehr, wenn man(n) uns läßt - Frauen im Beruf".

trio

Die Clubschwestern konnten neben bekannten Persönlichkeiten aus dem lokalen Umfeld die Gründungspatin, Interessentinnen am Clubleben sowie Familien und Freunde begrüßen. Für verbindende Elemente sorgte ein Bläser-Trio vom Musikgymnasium Belverdere. Die fröhliche Tombola ergab einen Erlös, der zeitnah dem Frauenzentrum Weimar und einer zu fördernden Mädchengruppe zur Verfügung steht.

Abb. = Impressionen von der Veranstaltung

Soroptimist International

Club Weimar

Der SI-Club Weimar ist der 146. Club und gehört zum Bezirk V von Soroptimist International Deutschland.

charter klein

Erinnerungsfoto vom 27.09.2003 vor dem Hotel und Restaurant "Alt Weimar"

 

Anläßlich des Clubjubiläums veranstaltete der Club am 14. September 2013 eine Feier im Dorint Hotel am Goethepark Weimar (hotel-weimar.dorint.com) 

Grußwort 10-jähriges Jubiläum SI-Club Weimar

am 14.09.13 im Dorint Hotel in Weimar
von Bettina Ritz
 
Liebe Gäste, liebe Sorores
zuhoerer2ich möchte mich den herzlichen Begrüßungsworten meiner Vorrednerin, Frau Dr. Anette Biedermann, unserer amtierenden Clubpräsidentin, anschließen und Sie ebenfalls alle im Namen von Soroptimist International, Club Weimar willkommen heißen.
„Der schlimmste Fehler von Frauen ist ihr Mangel an Größenwahn“, sagte die deutsche Schriftstellerin Irmtraud Morgner. Dies ist eine mir sehr sympathische Feststellung. Die Bereitschaft von Frauen, Ungewöhnliches zu wagen; sich über Konventionen hinwegzusetzen und mutig andere Wege zu beschreiten, lässt sich in Gegenwart und Vergangenheit mannigfaltig belegen. Die Verbreitung einer solchen Haltung darf aus meiner Sicht jedoch gerne noch zunehmen.

Immer in Kriegen, so auch während des 1. Weltkrieges haben Frauen aus der Not heraus und mit Enthusiasmus begonnen, die Aufgaben von Männern, die in den Krieg gezogen waren, zu übernehmen. Sie traten in Dienstleistungsbereiche der Armee ein, sie wickelten Familiengeschäfte ab und die wenigen, die qualifiziert genug waren, wie Ärztinnen und Rechtsanwältinnen, übernahmen den Vorsitz von Organisationen und Gemeinden. So haben sie den Wert und die Vorteile eines Netzwerkes zu schätzen gelernt.
zuhoererZu dieser Zeit wurden in den USA von Männern gegründete Serviceclubs bekannt. Rotary wurde 1905 und Lions 1917 – mit Hilfe von professionellen Clubgründern – beide in Chicago gegründet. Einer von ihnen war Stuart Morrow, der als Eigner der Clubs von seiner Gründertätigkeit lebte. 1921 hatte sich Mr. Morrow in Oakland / Kalifornien mit der Leitung einer Sekretärinnenschule verabredet, um wieder einen neuen Club zu gründen. Als er dorthin kam, war der erwartete Leiter dieser Schule eine Leiterin, Adelaide Goddard. Das Ergebnis des langen Gesprächs war die Entscheidung, einen weiblich geprägten Serviceclub zu gründen: Soroptimist International. Ob Adelaide Goddard für größenwahnsinnig gehalten wurde, werden wir nicht mehr erfahren. Denkbar ist es.
 
Am 3. Oktober 1921 wurde somit in Oakland der erste Soroptimist Club gechartert. Heute ist Soroptimist International die weltweit größte Service-Organisation qualifizierter, berufstätiger Frauen. SI ist in 123 Ländern mit 90.000 Mitgliedern in etwa 3.200 Clubs vertreten.
bettinaDer 1. Deutsche Club ist 1930 in Berlin gegründet worden. Dieser Club hatte ein intensives Clubleben, war fest im kulturellen Leben Berlins verankert und international vernetzt. Das machte ihn für die Nationalsozialisten hochverdächtig. Die Clubabende waren nach Kriegsbeginn nicht mehr öffentlich, dafür wurde hinter verschlossenen Türen umso offener gesprochen. Die Begegnungen waren anfangs noch von Referaten, später jedoch zunehmend von Beratungen und Lagebesprechungen geprägt. Jüdische Clubschwestern konnten zum Teil über SI-Kontakte im Ausland in Sicherheit gebracht werden, andere landeten im Konzentrationslager. Nach dem Krieg waren von den ehemals 39 Clubschwestern 6 Berlinerinnen übriggeblieben. Ein Club aus Washington sammelte unermüdlich Kleider für die Berlinerinnen, doch es sollte 6 Jahre bis 1951 dauern bis die Europäische Föderation den deutschen Club wieder als Soroptimist International zugehörig betrachtete. Und erst 1952 konnte der 2. Deutsche Club in Frankfurt/M. gechartert werden. SI Deutschland besteht derzeit aus 200 Clubs mit 6.000 Mitgliedern in fünf Bezirken.
 
Der Name Soroptimist International leitet sich aus dem Lateinischen von ‚sorores optimae’ ab und wird als ‚die besten Schwestern’ übersetzt. Eine andere Interpretation lautet ‚Frauen geben ihr Bestes, um andern zu helfen, die Besten zu sein.’
 
Beide Ausführungen deuten auf die Ziele des Clubs hin: Soroptimist International versteht sich als weltweite Stimme von Frauen für Frauen. Und beide Ausführungen werden von den Mitgliedern als Anspruch an das eigene Verhalten im Leben und Beruf und als mitmenschliche Verpflichtung verstanden.
 
SI engagiert sich als Service-Organisation im lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Umfeld und für eine aktive Teilnahme an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen der Gesellschaft.
 
SI verwirklicht diese Ziele durch Bewusstmachen – Bekennen – Bewegen. Mitglieder sind aufgerufen, gesellschaftliche Vorgänge von politischer Relevanz zu beobachten, einen Standpunkt zu beziehen und sich einzumischen, um Gesetzgebung und Politik zu beeinflussen. Hierbei unterstützt SI keine politische Partei oder religiöse Gruppe.
 
SI ist Mitglied im Deutschen Frauenrat und hat eine Vertretung bei den Vereinten Nationen. Neben dem gesellschaftspolitischen Engagement verwirklichen Sorores ihre Ziele durch soziale Projekte. Außerdem agieren sie als Netzwerk für und von Frauen im Berufs- und Privatleben.
 
referatUnser Weimarer Club, der heute sein 10-jähriges Bestehen feiert, kann auf viele verschiedene Ereignisse und Engagements seines Clublebens zurückblicken:
 
  • Kauf einer Konzertgitarre für eine hochbegabte 15-jähre Gitarristin des Musikgymnasiums Belvedere
  • jahrelange Unterstützung des Wendo-Camps in Trägerschaft des SOS-Familienzentrums im Rahmen des Weimarer Ferienpasses
  • Bücherspende für die Stadtbücherei in Weimar
  • Unterstützung der nepalesischen Ausbildungsstätte ‚Aryatara School’ für Mädchen aus ärmlichen, ländlichen Regionen
  • Großspende an das Projekt des Hilfsfonds der Deutschen Union im ‚Kampf gegen Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen’ in Guinea / Afrika und Vortragstätigkeit durch 2 Clubschwestern: Nicola Hauswald-Gildehaus als Hebamme und Dr. Anette Biedermann als niedergelassene Hausärztin
  • jährliche Spenden an das Weimarer Frauenzentrum
  • Initiierung der ‚Malwerkstatt für Demenzkranke’ bei der Diakonie in Weimar, Übernahme von Sach- und Schulungskosten in Pflegeheimen
  • Unterstützung für das Familienzentrum und das Hospiz in Bad Berka
  • Wiederholte Förderung des fortlaufenden Theaterprojektes am Kinderhaus in Weimar
  • Förderung der Elterninitiative krebskranker Kinder Jena e.V. für ihr Projekt ‚Trauernde Geschwister’ mit einer Großspende, in Kooperation mit dem Hilfsfond von SI Deutschland
  • In den 10 Jahren SI-Tätigkeit sind rund 50.000,- € durch den Weimarer Clubs ausgereicht worden.
Der SI-Club Weimar
  • ist Mitglied der Stiftung der Mal- und Zeichenschule Weimar und
  • Mitgliedsorganisation des Landesfrauenrates Thüringen e.V.
Der SI-Club Weimar ist
  • jährlich mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Groß-Kochberg und
  • der Kochberger Gartenlust vertreten.
  • Er hatte einen gesetzten Stand auf dem Weimarer Zwiebelmarkt. Seit der Weimarer Stadtrat hierzu die Satzung geändert hat, ist diese Einnahmenquelle weitgehend versiegt und damit die Möglichkeit des Weimarer SI-Clubs Spenden auszureichen, verringert worden. Wir bedauern dies ausdrücklich. 

  • als Ausrichter des Weimarer Benefizballes gemeinsam mit allen Weimarer Serviceclubs engagiert.
Der SI-Club Weimar ist – so wie auch heute – regelmäßig Gastgeber für z.B.
  • die Thüringer SI-Clubs oder
  • das Bezirkstreffen innerhalb der deutschen Union.
tombolaSie merken anhand der Ausführungen, dass das Engagement des Clubs vielfältig ist und aus den persönlichen Interessen, Fähigkeiten und den privaten Netzwerken der Clubschwestern entsteht. Hier bewährt sich der Grundsatz von SI, dass jede Profession nur einmal im Club vertreten sein soll, denn so kann sich eine Vielfalt an Erfahrungen und Wissen am besten gegenseitig ergänzen.
 
Ich möchte nun noch etwas Persönliches zu unserem Clubleben sagen: Unser Club unterscheidet sich hinsichtlich seines Umgangs untereinander ein wenig von dem Clubleben anderer Clubs. Wir sind wenig kleinlich und verbissen im Umgang miteinander und in der Erreichung der SI-Ziele – andererseits sind wir auch nicht gleichgültig. Wir wissen, dass wir durch Berufstätigkeit, Familie und ehrenamtliches Engagement, einiges an Belastbarkeit unter Beweis stellen müssen. Schicksalsschläge, die gleich mehrere unserer Clubschwestern in härtester Weise getroffen haben, werden im Club auf zurückhaltende aber einfühlsame Weise begleitet. Diese Atmosphäre der Großzügigkeit wurde durch die Gründungsschwestern und hier stark durch unsere Gründungspräsidentin, Fr. Dr. Bettina Klier, die heute leider nicht hier sein kann, geprägt. 


 
Wenn ich, um auf das Eingangszitat zurückzukommen, bei einigen von Ihnen den Eindruck erweckt haben sollte, wir seien ein wenig größenwahnsinnig, täuschen Sie sich - noch. Ich möchte mich Sappho, der griechischen Dichterin, anschließen: „Manch eine wird, das sage ich, in künftigen Zeiten an uns denken"
und (ich ergänze) hören.
 
Vielen Dank für Ihr Interesse.
Bettina Ritz

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